USA Südwest – The Endless Race

USA Südwest – The Endless Race

The Endless Race

 Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Ich hatte geplant, gegen 5.30 Uhr aufzubrechen, um in den Vermillion Cliffs im Grenzgebiet zwischen Utah und Arizona im ersten Licht des Tages eine Stelle zu fotografieren, an der mehrere korrodierte Gesteinsbrocken ein ewiges Wettrennen miteinander veranstalten. Den Weg im Dunkeln zu finden, war kein Problem, hatte ich die Wanderung doch schon im Vorjahr mit dem GPS erfasst. Es hatte sich gelohnt, den Tag früh zu beginnen, ich genoss die Morgendämmerung und das erste Sonnenlicht. Die Stelle selbst ist einmalig, die aufgehende Sonne beleuchtet eine Felswand im Hintergrund und reflektiert das weiche Gegenlicht, das diese Aufnahme möglich machte, da es die Steine und den Felsengrund sanft moduliert. Dank dem frühen Aufstehen war ich rechtzeitig angekommen und konnte in Ruhe meine Einstellung machen. Direkte Sonne hätte die Aufnahme mit Sicherheit vereitelt, da sie durch harte Schatten zu viel Unruhe erzeugt hätte. Die Plastizität und Qualität der geschwungenen Linien und Formen wären verloren gegangen.

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Der Umgang mit der universellen Sprache Licht ist für den Fotografen ein lebenslanger Lernprozess und in der Landschaftsfotografie ein grundlegendes Gestaltungsmittel. Obwohl man dazu tendiert, zunächst auf die Objekte zu achten, empfiehlt es sich, bei der Entscheidung für eine Aufnahme beim Licht zu beginnen. Gut gewähltes Licht führt das Auge schließlich zu den Objekten, formt sie und bestimmt die Atmosphäre der Aufnahme maßgeblich mit.

The Endless Race Vermillion Cliffs, Arizona

Ebony SV57, 5 × 7 inch, Velvia 100, 150 mm Sironar N, f32, 1 s

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